Mit Wasser kochen …

Wenn es einfach besser werden soll!

Wasser und Wein.
Zwei Worte, und schon könnte es geklingelt haben. Es geht jetzt und hier um die Hochzeit zu Kana, nachzulesen im Johannes-Evangelium, Kapitel 2, Verse 1-12.

Jesus macht aus Wasser Wein. – Jesus ist nichts unmöglich. – Jesus hat nichts gegen Weintrinker. – Jesus hat nichts dagegen, Feste zu feiern. – …
So könnten spontane Einfälle zu diesem Abschnitt der Bibel lauten, ich möchte aber im Folgenden versuchen, dem Geschehen noch eine konkretere und deshalb vielleicht hilfreichere Aussage abzugewinnen. Doch zuerst nochmals der Text im Ganzen:

Am dritten Tag fand in Kana in Galiläa eine Hochzeit statt und die Mutter Jesu war dabei. Auch Jesus und seine Jünger waren zur Hochzeit eingeladen. Als der Wein ausging, sagte die Mutter Jesu zu ihm: Sie haben keinen Wein mehr. Jesus erwiderte ihr: Was willst du von mir, Frau? Meine Stunde ist noch nicht gekommen. Seine Mutter sagte zu den Dienern: Was er euch sagt, das tut! Es standen dort sechs steinerne Wasserkrüge, wie es der Reinigungsvorschrift der Juden entsprach; jeder fasste ungefähr hundert Liter. Jesus sagte zu den Dienern: Füllt die Krüge mit Wasser! Und sie füllten sie bis zum Rand. Er sagte zu ihnen: Schöpft jetzt und bringt es dem, der für das Festmahl verantwortlich ist. Sie brachten es ihm. Er kostete das Wasser, das zu Wein geworden war. Er wusste nicht, woher der Wein kam; die Diener aber, die das Wasser geschöpft hatten, wussten es. Da ließ er den Bräutigam rufen und sagte zu ihm: Jeder setzt zuerst den guten Wein vor und erst, wenn die Gäste zu viel getrunken haben, den weniger guten. Du jedoch hast den guten Wein bis jetzt zurückgehalten. So tat Jesus sein erstes Zeichen, in Kana in Galiläa, und offenbarte seine Herrlichkeit und seine Jünger glaubten an ihn. Danach zog er mit seiner Mutter, seinen Brüdern und seinen Jüngern nach Kafarnaum hinab. Dort blieben sie einige Zeit.

(Aus der „Einheitsübersetzung der heiligen Schrift“, Verlag Katholisches Bibelwerk GmbH, Stuttgart 1999.)

Zunächst: Was ist denn der Unterschied zwischen dem Wein, den es am Anfang gab und dem, der später serviert wurde?
Verschiedene Antworten sind möglich: Der zweite war besser als der erste. Der erste war aus Trauben gemacht, der zweite aus Wasser. Der erste war von Menschen gemacht, der zweite von Jesus. Der erste ging aus, der zweite sollte reichen.

Zur Geschichte: Es fand also eine Hochzeit statt, so die Situation, und wie man aus den Worten des Speisemeisters schließen kann, wurde dabei einst zu Beginn üblicherweise das Beste an Wein angeboten, was es gab. Der Gastgeber wollte den Gästen schließlich etwas bieten und dazu tischte er das Beste auf, was er hatte. Doch dann passierte etwas: Der gute Wein des Gastgebers ging aus. Das Beste, was der Gastgeber zu bieten hatte, reichte nicht aus, um den Durst seiner Gäste zu stillen.
Eigentlich das Ende der Party, wäre nicht Jesus da gewesen, denn er machte aus Wasser Wein. Und nicht nur das, er machte auch noch den besseren Wein. Und um noch eins drauf zu setzen, er machte genügend Wein, so dass am Ende keiner durstig heimgehen musste.

Wichtige Erkenntnis: Jesus machte aus Wasser besseren Wein als ihn Menschen aus Trauben machen.

Diese Erkenntnis kann für uns zweierlei bedeuten, nämlich Ermahnung und Ermutigung.

Die Ermahnung erschließt sich aus der Tatsache, dass Jesus im Vergleich den besseren Wein machte.
Jeder einzelne Mensch, auch du und ich, hat Fähigkeiten, Gaben, Möglichkeiten, Wissen, Kraft. Aber alles, was wir selbst daraus machen können, wird nie so gut sein, wie das, was Jesus daraus machen kann, wenn wir diese Dinge in seinen Dienst stellen und ihn bitten, etwas daraus zu machen. Wir selbst werden mit unseren Mitteln den eigenen Durst nach Leben nicht stillen können, genauso wenig wie den Durst anderer Menschen, mit denen wir in Kontakt treten. Entscheidend wäre, dass wir das, was wir sind und zu bieten haben, Jesus zur Veredelung bereit stellen. Jesus macht den besseren Wein, er wird auch aus uns und unseren Fähigkeiten etwas besseres machen als wir selbst es können. Nicht nur uns selbst zugute, sondern auch zugute unserer Mitmenschen.
Das ist die Ermahnung: Jesus macht den besseren Wein, das heißt, er kann aus uns etwas besseres machen als wir selbst es vermögen. Wenn wir ihn lassen.

Die Ermutigung ergibt sich aus der Tatsache, dass Jesus keine Trauben brauchte, um Wein herzustellen, ihm reichte einfaches Wasser.
Sicherlich wünscht er sich, dass wir ihm das Beste geben, was wir zu bieten haben, aber das Schöne ist: Wenn wir meinen, dass die Dinge, die wir zu bieten haben, nicht zur Herstellung von etwas Besserem dienen können, weil diese Dinge eben nicht saftigen Trauben ähneln, sondern viel mehr die Qualität schlechten Wassers besitzen – Jesus kann aus Wasser Wein machen und wie ich schon erwähnte, auch noch den besseren Wein. Wir sind Jesus gut genug, so wie wir sind. Für ihn sind wir wertvoll. Und was er aus uns machen kann und macht, ist besser als das, was andere aus sich selbst zu machen versuchen.
Wir haben vielleicht beschränkte Fähigkeiten, sind in dem, was wir tun, fehlerhaft und manchmal überfordert. Warum auch immer, wo auch immer, egal ob in der Schule, im Hobby, im Beruf oder in kirchlicher Mitarbeit – macht nichts!!! Macht überhaupt nichts. Wenn wir das, was wir tun, Jesus geben, dann wird er etwas daraus machen.
Das zum Schluss als Ermutigung: Wer glaubt, er könne zum Kochen nur Wasser bieten – Jesus kochen lassen! Jesus macht aus Wasser Wein!

Gedanken, Fragen, andere Meinung?
Mail an andi@andima.de oder schreib einen Kommentar!

Dieser Artikel wurde urspünglich am 11.01.2009 erstmals auf www.andima.de veröffentlicht.

Weiterlesen

Heute ist nicht alle Tage

Ewig währt am Längsten

Zwei Fragen vorneweg, einfach kurz darüber nachdenken, dann erst den Bibeltext lesen!
 
1. Was ist dir für dein Leben wichtig?
2. Was von all dem ist das Wichtigste? 

Die Heilung eines Gelähmten (Markus 2, 1-12)
 
1 Als er einige Tage später nach Kafarnaum zurück kam, wurde bekannt, dass er (wieder) zu Hause war.
2 Und es versammelten sich so viele Menschen, dass nicht einmal mehr vor der Tür Platz war; und er verkündete ihnen das Wort.
3 Da brachte man einen Gelähmten zu ihm; er wurde von vier Männern getragen.
4 Weil sie ihn aber wegen der vielen Leute nicht bis zu Jesus bringen konnten, deckten sie dort, wo Jesus war, das Dach ab, schlugen (die Decke) durch und ließen den Gelähmten auf seiner Tragbahre durch die Öffnung hinab.
5 Als Jesus ihren Glauben sah, sagte er zu dem Gelähmten: Mein Sohn, deine Sünden sind dir vergeben!
6 Einige Schriftgelehrte aber, die dort saßen, dachten im Stillen:
7 Wie kann dieser Mensch so reden? Er lästert Gott. Wer kann Sünden vergeben außer dem einen Gott?
8 Jesus erkannte sofort, was sie dachten, und sagte zu ihnen: Was für Gedanken habt ihr im Herzen?
9 Ist es leichter, zu dem Gelähmten zu sagen: Deine Sünden sind dir vergeben!, oder zu sagen: Steh auf, nimm deine Tragbahre und geh umher?
10 Ihr sollt aber erkennen, dass der Menschensohn die Vollmacht hat, hier auf der Erde Sünden zu vergeben. Und er sagte zu dem Gelähmten:
11 Ich sage dir: Steh auf, nimm deine Tragbahre und geh nach Hause!
12 Der Mann stand sofort auf, nahm seine Tragbahre und ging vor aller Augen weg. Da gerieten alle außer sich; sie priesen Gott und sagten: So etwas haben wir noch nie gesehen.
 
(Aus der „Einheitsübersetzung der heiligen Schrift“, Verlag Katholisches Bibelwerk GmbH, Stuttgart 1999.)

Was passiert hier?
Oberflächlich betrachtet ist die Lage eindeutig: Jesus tut hier ein Wunder, er heilt einen Gelähmten.
 
Aber was passiert hier wirklich?
Was an dieser Stelle nicht übersehen werden darf, ist, dass Jesus genau genommen zwei Dinge an dem Gelähmten tut. Zum einen vergibt ihm seine Schuld, und zum anderen heilt er ihn von seiner Krankheit.
 
Warum das von Bedeutung ist, wird klarer, wenn man sich überlegt, warum er diese beiden Dinge tut und welche Auswirkungen sie haben. Die Schuld vergibt er dem Gelähmten des Glaubens wegen, den er bei ihm und seinen Begleitern sah. Die vollzogene Heilung dagegen dient der Untermauerung seiner Vollmacht zur Vergebung von Schuld. Die Vergebung der Schuld bedeutet für den Gelähmten ewiges Leben. Die Heilung seiner Krankheit schenkt ihm körperliche Gesundheit zu Lebenszeiten.
 
Was wird Jesus wohl wichtiger gewesen sein?
Der Glaube an Gott rettet den Gelähmten in das ewige Leben, in die Gemeinschaft mit Gott. Das ist das Entscheidende! Die Zugabe schenkt ihm körperliche Gesundheit, die zweifellos wichtig ist, aber sie ist eben auch vergänglich.
 
Das Wichtigste für unser Leben ist der Glaube an Gott und das, was wir darin geschenkt bekommen, das ewige Leben. Alles andere kann schön sein, aber es wird vergehen.
 
Das ist so oft nicht leicht zu akzeptieren, denn wir leben im Hier und Heute und damit in allen Sehnsüchten, die angesichts unserer Sorgen und Probleme geweckt werden. So vergänglich diese Dinge auch sein mögen, im Vergleich zur Ewigkeit sind sie relativ greifbar und gewinnen dadurch an Bedeutung. Aber auch gerade deshalb sollten wir uns immer wieder vor Augen halten, worauf es eigentlich ankommt, denn eines ist sicher: je mehr uns bewusst wird, dass es um eine Ewigkeit geht und nicht um 70 oder 80 Jahre, desto annehmbarer wird das Hier und Heute, weil dadurch die zu hohe Bedeutung vieler Dinge relativiert wird.
 
Ich wünsche uns, dass wir Gesundheit, Familie und Freunde haben werden, solange wir leben, und dass wir im Glauben an Gott unsere Arbeit, Freizeit und unseren Urlaub genießen und gestalten können. Ich wünsche uns ein von Gott erfülltes Leben, das uns leicht fällt, aber ich wünsche uns noch viel mehr, dass unsere Freude an Gott nicht allein mit diesen Dingen steht und fällt, denn sie sind und bleiben vergänglich und Gott hält viel mehr für uns bereit.
 
Ich wünsche uns, dass wir mehr und mehr verstehen, dass das wichtigste Geschenk Gottes an uns nichts Vergängliches dieser Welt ist, sondern etwas Bleibendes, das uns im ganzen Ausmaß seiner Herrlichkeit zu gegebener Zeit auch bewusst werden wird. Und im Vertrauen und in der Hoffnung darauf sollten wir leben, denn das ist das Wichtigste! 

Also hat Gott die Welt geliebt, damit alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben! (Joh. 3,16)

Gedanken, Fragen, andere Meinung?
Mail an andi@andima.de oder schreib einen Kommentar!

Dieser Artikel wurde urspünglich am 27.11.2007 erstmals auf www.andima.de veröffentlicht.

Weiterlesen

Der Weg des geringsten Widerstandes

Gemüse kann auch eine Lösung sein

Zunächst würde es Sinn machen, im alten Testament Daniel 1 zu lesen!
 
Um 600 vor Christus. Nebukadnezar wurde König des neubabylonischen Reiches. Er war zu dieser Zeit außer Landes unterwegs und machte auf dem Rückweg in Jerusalem einige Gefangene, die er nach Babylon verschleppte. Darunter war auch Daniel.
Daniel wurde verschleppt. Daniel wurde auserwählt, um am Hof des Königs zu dienen. Daniel wurde dem Lehrplan Nebukadnezars unterworfen. Nichts davon tat er freiwillig, er unterlag den Zwängen des Königs. Und er fügte sich. Aber er fügte sich nicht allen Zwängen. Es gab einen Punkt, an dem er sich vornahm, zu widerstehen.
Ich denke, es war keine Kleinigkeit, schließlich gab es Vorgaben des Königs, was auf seinem Speiseplan stehen sollte. Und auch die Reaktion des Aufsehers deutet darauf hin, dass es nicht unbestraft geblieben wäre, wenn es herauskäme, dass er und seine Freunde aufgrund ihres Glaubens um andere Nahrung gebeten hatten und dank eines ihnen freundlich gesinnten Aufsehers heimlich auch bekamen. Aber wie der weitere Lauf der Geschichte zeigt, es ging nicht nur einmal gut!
 
Anstatt sich den veränderten Lebensumständen einfach hinzugeben, sich allen Anordnungen widerstandslos zu fügen, um es dadurch nicht schlechter zu haben als nötig, beharrt Daniel auf bestimmte Prinzipien seinen Glaubens und vertraut auf Gott, dass ihm das nicht zum Nachteil werden würde. Und tatsächlich, die gewünschte und gewährte „Haftverschlechterungsmaßnahme: Gemüse statt Fleisch“ zahlt sich aus und wird sogar zum Vorteil:

„Am Ende der zehn Tage sahen sie besser und wohlgenährter aus als all die jungen Leute, die von den Speisen des Königs aßen.“ (V.15)
 
Einige Gedanken dazu als Anregung zum Nachdenken.
 
Wir leben in einer Zeit und Gesellschaft, die sich rasch wandelt und in der nicht viel von allzu langer Gültigkeit bleibt. Wir werden mit Trends konfrontiert, mit gesellschaftlichen Zwängen, die uns nahe legen, auf vorgegebene Art und Weise zu leben und bestimmte Dinge zu tun oder zu lassen. Aus persönlicher Perspektive ist es vielleicht die Art und Weise, wie wir uns darstellen müssen, um nicht „out“ zu sein. Oft aber ohne dadurch tatsächlich Zufriedenheit zu erfahren. In beruflicher Hinsicht könnte es sein, dass die Arbeit zuallererst kommt und alles andere zurückzustehen hat, entweder damit die Karriere nicht gefährdet ist, oder einfach, weil es der Chef so fordert und Widerstand zwecklos scheint. Oft aber auf Kosten der Gesundheit oder der Familie bzw. der Freunde.
 
Es gibt zahlreiche Zwänge in allen Bereichen unseres Lebens, die uns in durchaus große Konflikte mit unserem Glauben bringen können, ganz einfach weil man in vielem eigentlich anders handeln müsste, aber dadurch unter Umständen eben unangenehme Konsequenzen zu fürchten hätte.
 
Ich will und kann gar nicht konkret sagen, in welchem Bereich wir wie auf das reagieren müssen, was von uns durch irgendwelche „weltlichen“ Vorgaben gefordert wird, weil sich das teils doch sehr individuell entscheidet.
Ich möchte aber darauf hinweisen, dass wir in der Verantwortung stehen, zu überprüfen, ob das was wir tun oder tun sollen, mit dem, was wir glauben, auch zu vereinbaren ist. Und ich möchte im Blick auf Daniel darauf aufmerksam machen, dass es im Vertrauen auf Gott auch möglich ist, an bestimmten Grenzen halt zu machen und gegen den Strom zu schwimmen. Wir dürfen den Mut haben, bei fragwürdigen Trends nicht mitzumachen und Forderungen an uns, die über das hinausgehen, was wir eigentlich mit unserem persönlichen Glauben vereinbaren können, zu widerstehen.
 
Daniel kannte Grenzen, die er nicht überschreiten wollte, weil es entgegen der Überzeugung seines Glaubens ging. Trotz möglicher Konsequenzen stand er dazu, bemühte sich um andere Lösungen und Gott machte ihm andere Wege möglich.
 
Es hat Daniel und seinen Freunden nicht geschadet, ganz im Gegenteil. Und diese Erfahrung wünsche ich auch mir und dir, zum einen uns selbst zu Gute und zum anderen denen, die dann an unserem Beispiel sehen können, dass man doch nicht immer gezwungen ist, jedem Trend zu folgen.
„Und Gott verlieh diesen vier jungen Leuten Wissen und Verständnis in jeder Art Schrifttum und Weisheit.“ (V.17a)
„Der König unterhielt sich mit ihnen und fand [sie] … allen anderen überlegen.“ (V.19a)
Die Bibelstellen wurden der „Einheitsübersetzung der heiligen Schrift“ entnommen. Verlag Katholisches Bibelwerk GmbH, Stuttgart 1999. 

Gedanken, Fragen, andere Meinung?
Mail an andi@andima.de oder schreib einen Kommentar!

Dieser Artikel wurde urspünglich am 09.07.2007 erstmals auf www.andima.de veröffentlicht.

Weiterlesen
Menü schließen