Ein breiter Holzweg

Ein breiter Holzweg Richtung Himmelreich

„Wie eng ist die Pforte und wie schmal der Weg, der zum Leben führt, und wenige sind‘s, die ihn finden!“ (Matthäus 7,14)

[…]
Ich bezweifle nicht, sondern möchte ausdrücklich meine Überzeugung betonen, dass allein der Glaube durch Gnade die Gerechtigkeit schafft, die vor Gott gilt und zum ewigen Leben führt. Ich bin aber auch davon überzeugt, dass Christen in den Irrungen und Wirrungen der vergänglichen Welt und in der Spannung und Zerrissenheit zwischen Himmel und Erde sehr wohl Probleme damit haben, den vorhandenen schmalen Weg zum Leben schon heute auch zu gehen.
[…]
Ich sorge mich also nicht darum, dass sich Christen womöglich auf dem breiten Weg am Himmelreich vorbei in Richtung Verdammnis bewegen könnten. Ich sorge mich darum, dass Christen sich in der vergänglichen Welt auf dem breiten Weg am Leben vorbei in Richtung Himmelreich bewegen. Das ewige Leben ist ein Geschenk aus Gnade und kann durch nichts verdient werden, schade ist aber, wenn wir dieses Leben nicht bereits in der Gegenwart ergreifen, sondern stattdessen, bewusst oder unbewusst, daran vorbeileben, wenngleich wir es vielleicht gut meinen. Schade ist, wenn wir das größte Geschenk, das es gibt, unausgepackt unter dem Weihnachtsbaum und im Osternest liegen lassen und die Möglichkeiten, die es birgt, gar nicht entdecken.

Aus: „Himmlische Heimat – Vom Potenzial eines verdrängten Geschenks“ (S. 100-103), Andreas Mast. Siehe Buchprojekte

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Potenzial der Wahrheit

Das Potenzial wirklicher Wahrheit

Jesus sprach:

„Wenn ihr bleiben werdet an meinem Wort, so seid ihr wahrhaftig meine Jünger und werdet die Wahrheit erkennen, und die Wahrheit wird euch frei machen.“ (Johannes 8,31-32)

Petrus brachte es für mich auf den Punkt, wenn er Jesus an anderer Stelle antwortete:

„Herr, wohin sollen wir gehen? Du hast Worte des ewigen Lebens; und wir haben geglaubt und erkannt: Du bist der Heilige Gottes.“ (Johannes 6,68-69)

Die freimachende Wahrheit zu erkennen, steht für mich nach tiefer Überlegung mit keinen anderen Worten mehr in Zusammenhang als mit Jesu Worten ewigen Lebens. Und die Wahrheit, als die Jesus sich selbst beschreibt (siehe Johannes 14,6), hat möglicherweise am allermeisten damit zu tun, dass Jesus der Heilige Gottes ist, der einst angekündigt wurde als Retter seines Volkes und König eines ewigen Reiches. Diese Wahrheit vom ewigen Reich Gottes ist es, der Paulus nachjagt, sie zu ergreifen. Diese Wahrheit zu erkennen, macht frei.

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Der Glaubende bedarf nichts als Jesu Worte des ewigen Lebens, die frohe Botschaft seines Königreichs, sowie das unermüdliche Nachjagen nach dieser Wahrheit, um sie mehr und mehr zu ergreifen und zur Wirklichkeit werden zu lassen. Darin stecken echtes Leben, Freiheit, Sattsein und nicht zuletzt ausreichend Anziehungskraft, um andere dafür zu begeistern.

Aus: „Himmlische Heimat – Vom Potenzial eines verdrängten Geschenks“ (S. 94 bzw. 97), Andreas Mast. Siehe Buchprojekte

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Die sinnvollste Grundlage

Im dritten Kapitel des Briefes an Titus schrieb Paulus von der Seligkeit, die Gott aus Menschenliebe schenkte, damit wir „Erben seien nach der Hoffnung auf ewiges Leben“ (Titus 3,7). Direkt im Anschluss folgt dann die Aufforderung an Titus:

„Darum will ich, dass du festbleibst, damit alle, die zum Glauben an Gott gekommen sind, darauf bedacht sind, sich mit guten Werken hervorzutun. Das ist gut und nützlich für die Menschen.“ (Titus 3,8)

Hier sagte Paulus mehr, als dass Glaubende gute Werke tun sollten. Er forderte auch nicht gute Werke aus Pflichtgefühlen oder irgendeiner Schuldigkeit heraus. Er brachte vielmehr den Zusammenhang zwischen Glauben und guten Werken in Verbindung mit dem, was eben die sinnvollste Grundlage für diesen Zusammenhang ist, nämlich die Seligkeit, die darin besteht, Erbe des ewigen Lebens zu sein. Dieses Evangelium sollte Titus mit Ernst lehren, denn wer davon ergriffen wird, kann gar nicht mehr anders, als auf gute Werke bedacht zu sein; und zwar nicht, weil er muss oder Gott gefallen müsste, sondern weil er will.
Glaube, der auf dem Fundament der himmlischen Heimat gründet, führt also keineswegs zu einer gleichgültigen Haltung gegenüber der Gegenwart, sondern ganz im Gegenteil zu einer Haltung, die gut ist und den Menschen nützt. Denn wer aufgrund dieses Evangeliums an Gott glaubt, der begibt sich willig und liebend gern innerlich unmittelbar in dieses Reich unter die Herrschaft Jesu und jagt fortan, in der Spannung, noch weiter im vergänglichen Leib in der gegenwärtigen Welt leben zu müssen, trotz Anfechtung und mancherlei Traurigkeit, der Vervollkommnung dieser Erkenntnis in freudiger Unermüdlichkeit nach. Die Perspektive der himmlischen Heimat macht dies möglich. Und sie macht das Motto begreifbar, das Jesus im Anschluss an die Seligpreisungen seinen Jüngern angesichts düsterer und schwerer Tage in der Welt mit auf den Weg gab:

„Freut euch an jenem Tage [der Schmähung und des Hasses] und tanzt; denn siehe, euer Lohn ist groß im Himmel.“ (Lukas 6,23)

Nichts ist größer und es braucht nicht mehr als diesen Lohn im Himmel, der nichts mit Verdienst zu tun hat, sondern das Geschenk beschreibt, das den Glaubenden dort aus Gnade erwartet. Nichts befreit besser in eine echte Freiheit und darin zu guten Werken, ohne jedes Pflichtgefühl, als ein Glaube, der genau darauf gebaut ist.

Aus: „Himmlische Heimat – Vom Potenzial eines verdrängten Geschenks“ (S. 92-93), Andreas Mast. Siehe Buchprojekte

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