Wider aller Vernunft

Als die Jünger mit ihrem Schiff, mit Jesus an Bord, in einen Sturm und in Panik gerieten, fragte Jesus sie, nachdem er den Sturm gestillt hatte:

„Was seid ihr so furchtsam? Habt ihr noch keinen Glauben?“ (Markus 4,40)

Was uns genau wie den Jüngern auf diesem Schiff im Weg steht, ist die Fixierung auf das menschliche Denken. Nicht, dass wir vom göttlichen Plan nie gehört hätten, ist das Problem, sondern dass wir uns nicht wider aller Vernunft fest an die unser menschliches Denken sprengende Hoffnung der frohen Botschaft eines neuen Himmels und einer neuen Erde klammern und wir derselben nicht unermüdlich nachjagen. Schon König Salomo riet:

„Verlass dich auf den HERRN von ganzem Herzen, und verlass dich nicht auf deinen Verstand, sondern gedenke an ihn in allen deinen Wegen, so wird er dich recht führen.“ (Sprüche 3,5-6)

Wovor sollte ich mich fürchten, wenn ich innerlich doch bereits den Umzug aus dieser Welt ins ewige Reich Gottes vollzogen habe? Vor einem Sturm? Wenn ich doch dieser Welt schon gestorben bin, wieso sollte ich dann Angst vor dem Sterben haben? Wenn ich glaube, dass meine Heimat im Himmel ist, wieso lasse ich mich dann in dieser Welt von Dingen gefangen nehmen, die keine Rolle für die Ewigkeit spielen, anstatt in dieser Welt keine irdische Rolle zu spielen, sondern befreit zu leben und der Welt dadurch von der Ewigkeit zu erzählen? Habe ich noch keinen Glauben?

Aus: „Himmlische Heimat – Vom Potenzial eines verdrängten Geschenks“ (S. 113-114), Andreas Mast. Siehe Buchprojekte

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Gesprengtes Denken 2

Im Lukas-Evangelium lenkte Jesus angesichts der Frage nach dem Kommen des Reiches Gottes den Blick seiner Jünger auf das Beispiel eines ungerechten Richters, der einer unnachgiebig fordernden Witwe ihr Recht verschaffte, weil sie ihm viel Mühe machte. Wenn schon ein ungerechter Richter nur deshalb tätig würde, weil er gedrängt wird, wie könne dann Gott seinen Auserwählten, die Tag und Nacht zu ihm rufen, nicht auch Recht verschaffen, schlussfolgerte Jesus. Und dabei blieb er nicht stehen, er sagte ihnen ausdrücklich zu, dass es in Kürze so sein würde. Fettgedruckt steht diese Antwort Jesu in der Übersetzung der Bibel durch Luther. Nicht mehr fettgedruckt ist aber leider die Frage Jesu, mit der er diese Antwort abschloss:

„Doch wenn der Menschensohn kommen wird, wird er dann Glauben finden auf Erden?“ (Lukas 18,8)

Viel Schauen nach Zeichen und Wundern in dieser Welt und viel Streben nach den Dingen, die in dieser Welt wichtig zu sein scheinen, wird Jesus sicher finden, wenn er wiederkommt, aber was ist mit dem Glauben an das, was wir nicht sehen? Was ist mit dem Glauben an das unsichtbare, aber ewige Reich Gottes, das mit der gegenwärtigen irdischen Welt so wenig zu tun hat, wie es Sinn macht, neuen Wein in alte Schläuche zu füllen oder neue Lappen auf alte Kleider zu flicken? Leben wir schon darin, wenn auch in ständigen Neuanfängen, oder sterben wir noch darauf zu?
Der göttliche Plan sprengt unser menschliches Denken und nicht einmal Paulus wollte von sich behaupten, diesen Plan ergriffen zu haben. Das hindert uns jedoch nicht daran, ihm wie Paulus unermüdlich nachzujagen. Aber wie Paulus es so oft zum Ausdruck brachte, müssen wir uns dazu vor Augen halten, dass dieser göttliche Plan weit über die vergängliche Welt hinausreicht, dass der eigentliche Zielpunkt des Evangeliums in unserer Heimat im ewigen Reich Gottes liegt und wir in dieser gegenwärtigen Welt nicht zuhause sind.
Was dem unmittelbaren Leben in diesem Reich, während unserer Zeit im vergänglichen irdischen Leib, im Weg steht, ist unsere Gefangenschaft im menschlichen Denken. Solange wir das Geschenk Gottes an uns Menschen, das Evangelium vom Reich Gottes, unausgepackt unter dem Osterbaum liegen lassen, das Geschenkpapier nicht wie ungeduldige Kinder zerfetzen, uns nicht unermüdlich damit auseinandersetzen, es nicht neugierig erforschen und auf diesem Weg ansatzweise begreifen und zu unserem Leben machen, wird sich an dieser Gefangenschaft nicht wirklich etwas ändern, ehe wir nicht von Angesicht zu Angesicht vor Gott stehen.

Aus: „Himmlische Heimat – Vom Potenzial eines verdrängten Geschenks“ (S. 108-110), Andreas Mast. Siehe Buchprojekte

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Gesprengtes Denken

„Gelobt sei Gott, der Vater unseres Herrn Jesus Christus, der uns nach seiner großen Barmherzigkeit wiedergeboren hat zu einer lebendigen Hoffnung durch die Auferstehung Jesu Christi von den Toten, zu einem unvergänglichen und unbefleckten und unverwelklichen Erbe, das aufbewahrt wird im Himmel für euch“ (1. Petrus 1,3-4).

Die lebendige Hoffnung, zu der wir berufen sind, hat zuallererst mit dem unvergänglichen Erbe zu tun, das in seiner vollen Größe bislang noch im Himmel auf uns wartet. Der göttliche Plan, der dahinter steht, hat dementsprechend schlicht und ergreifend sehr viel weniger mit den vergänglichen Dingen der vergänglichen Welt zu tun, als wir es wahrhaben wollen. Das Geschenk, das Gott uns gemacht hat, bleibt nun deshalb eingepackt unter dem Osterbaum (Mischung aus Osternest und Weihnachtsbaum), weil wir lieber mit dem spielen, was wir sehen, als mit etwas, das unserem menschlichen Denken widerstrebt, weil es, so herrlich es zu sein verspricht, so schwer zu greifen ist. Nicht zu zweifeln an dem, was man nicht sieht, und das Ausrichten auf das Ziel dieses Glaubens, das ist die Schwierigkeit.

„Denn wer sein Leben behalten will, der wird‘s verlieren; und wer sein Leben verliert um meinetwillen und um des Evangeliums willen, der wird‘s behalten.“ (Markus 8,35)

Menschliches Denken richtet sich daran aus, das Leben in der vergänglichen Welt festhalten und nach den entsprechenden Kriterien erfolgreich gestalten zu wollen. Genau das hat aber im Blick auf den göttlichen Plan mit Tot-sein zu tun. Sich dagegen im Bewusstsein der Liebe des Königs Jesus Christus und im Festhalten an der frohen Botschaft von seinem ewigen Reich, das mit der gegenwärtigen Welt nicht in Einklang zu bringen ist, davon zu lösen und innerlich den Umzug unmittelbar zu vollziehen, das bedeutet, den Sterbevorgang abzuschließen und befreit zu leben.

Aus: „Himmlische Heimat – Vom Potenzial eines verdrängten Geschenks“ (S. 105-107), Andreas Mast. Siehe Buchprojekte

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