Wer, wie, was?

Wie Christen besser sein können!

Diese Andacht knüpft an die Gedanken aus “Die Speisung der 5000 – oder: Rechnest du noch oder isst du schon?” an. Ausgehend von der Erkenntnis, dass Jesus in der Lage ist, Hunger jeder Art zu stillen und die Berücksichtigung des “Jesus-Faktors” dem Leben ein stabiles Fundament zu schaffen vermag, soll nun die Frage nach den konkreten Auswirkungen auf den Lebensstil im Mittelpunkt stehen.
 
Jesus, der Mittelpunkt unseres Leben, wie soll und kann das eigentlich aussehen? Was dürfen wir als Christen dann noch tun und was nicht? Welche Arbeit oder welche Hobbies sind zugelassen? Wie lassen wir Jesus in unserem Leben lebendig werden?
 
Um der Antwort auf diese Frage nachzugehen, möchte ich einen Abschnitt aus dem 1.Korintherbrief zur Hilfe nehmen. Paulus schreibt:

 … Alles was auf dem Fleischmarkt verkauft wird, das esst, ohne aus Gewissenhaftigkeit nachzuforschen. Denn dem Herrn gehört die Erde und was sie erfüllt. Wenn ein Ungläubiger euch einlädt und ihr hingehen möchtet, dann esst, was euch vorgesetzt wird, ohne aus Gewissensgründen nachzuforschen. Wenn euch aber jemand darauf hinweist: Das ist Opferfleisch!, dann esst nicht davon, mit Rücksicht auf den, der euch darauf aufmerksam macht, und auf das Gewissen; ich meine das Gewissen des anderen, nicht das eigene; … (1.Korinther 10, 25-29a)

Bei Götzenopferfleisch handelt es sich um Fleisch von Tieren, die zum Opfer für heidnische Götter geschlachtet wurden. Das meiste Fleisch, das man damals kaufen konnte, stammte von solchen Schlachtungen. Während sich das Judentum darauf festgelegt hatte, auf den Verzehr dieses Fleisches gänzlich zu verzichten, entstand dagegen für die christliche Gemeinde das Problem, ob der Kauf und Verzehr dieses Fleisches gestattet ist oder nicht. Paulus nimmt zu dieser Frage Stellung und macht deutlich, dass die Antwort nicht einfach Ja oder Nein lautet. Grundsätzlich darf das Fleisch zwar gegessen werden, seine Herkunft hat für den Christen zunächst keine Bedeutung, aber unter bestimmten Umständen verhält es sich dann eben doch ganz anders. Sobald nämlich jemand am Geschehen beteiligt ist, egal ob aktiv oder passiv, der (noch) nicht über der Herkunft des Fleisches steht und den Verzehr deshalb nicht mit seinem Gewissen vereinbaren kann, sollte auf dieses Opferfleisch verzichtet werden. Ansonsten bestehen zwei Gefahren: Zum einen drohen Spannungen zwischen Christen unterschiedlicher Auffassung oder Glaubensreife, und zum anderen droht Verunsicherung dem, der nicht damit klarkommmt, denn im schlechtesten Fall isst er das Fleisch entgegen seinem Gewissen und bekommt davon unnötigerweise ein schlechtes. Der Verzehr von Opferfleisch ist also gestattet, wenn man es vor Gott mit gutem Gewissen tun kann und wenn außerdem kein anderer Anstoß daran nimmt. Paulus bekräftigt dies an anderer Stelle: Wenn Speise meinen Bruder zu Fall bringt, will ich nie mehr Fleisch essen, damit ich meinen Bruder nicht zu Fall bringe. (1.Kor 8, 13)
 
Ist es nun möglich, von diesem speziellen Fall eine Verallgemeinerung auf andere Verhaltensfragen, auch heutige, vorzunehmen?
 
Ich denke schon, und Paulus hat es in einem Satz auf den Punkt gebracht, der dem vorliegenden Abschnitt übrigens unmittelbar voransteht: Alles ist erlaubt, aber nicht alles dient zum Guten. Alles ist erlaubt, aber nicht alles baut auf. (1.Kor 10, 23) Und unmittelbar nach dem Text schreibt er: Ob ihr nun esst oder trinkt oder was ihr auch tut, das tut alles zu Gottes Ehre. (1.Kor. 10, 31)
 
Wie ein Christ seine Freizeit gestaltet, wie er den Pflichten seines Beruf oder der Schule nachkommt, wie er sich als Mensch unter Menschen verhält, muss sich folglich an den Auswirkungen seines Handelns messen lassen, hinsichtlich seiner selbst, seiner Mitmenschen und seiner Beziehung zu Gott.
 
Einige ganz alltägliche Beispiele:
Der Konsum von Alkohol ist grundsätzlich erlaubt, verbirgt jedoch zahlreiche Gefahren, nicht nur für den Konsumenten, die keineswegs zu unterschätzen sind.
Fernzusehen ist nicht verboten, allerdings hält es einen nur allzu oft von wesentlich wichtigeren Dingen ab.
Kritik zu üben, woran auch immer, kann sehr konstruktiv sein, wird aber nicht selten unangebracht, unüberlegt und aus falschen Motiven geübt, mit destruktiver Wirkung.
Fußball zu spielen kann die schönste Nebensache der Welt sein, wenn jedoch das Gehirn im Umkleideraum abgeschaltet wird, sollte man es besser lassen.
Witzig zu sein und Späße zu machen kann viel Freude bereiten, allerdings ist die Freude vieler nicht viel wert, wenn anderen dabei Schaden ensteht.
Beruflicher Erfolg ist nichts verwerfliches, geht es aber lediglich um materiellen Reichtum, nicht selten auf Kosten der Gesundheit, eigener und familiärer, dann ist er sehr fragwürdig.
Es geht also im Leben mit Jesus viel seltener um die Frage, was wir tun, als darum, wie wir es tun. Jesus als Lebensmittelpunkt zu haben, bedeutet frei zu sein! Frei dazu, die gottgegebenen Möglichkeiten des Lebens zu nutzen, denn grundsätzlich ist alles erlaubt, und frei dazu, auf Möglichkeiten auch zu verzichten, denn eben nicht alles dient dem Guten und geschieht zur Ehre Gottes.
 
Was also dürfen wir Christen und was dürfen wir nicht?

Jesus aber antwortete: Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben von ganzem Herzen, von ganzer Seele und von ganzem Gemüt. Dies ist das höchste und größte Gebot. Das andere aber ist dem gleich: Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst. In diesen beiden Geboten hängt das ganze Gesetz und die Propheten. (Matthäus 22, 37-40)

Alles ist erlaubt, aber nicht alles dient dem Guten! 
 
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Dieser Artikel wurde urspünglich am 19.12.2005 erstmals auf www.andima.de veröffentlicht.

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Die Speisung der 5000

Rechnest du noch oder isst du schon?

Erstens: Den Text lesen!

Die Speisung der Fünftausend (Johannes 6, 1-15)

Danach fuhr Jesus weg über das Galiläische Meer, das auch See von Tiberias heißt. Und es zog ihm viel Volk nach, weil sie die Zeichen sahen, die er an den Kranken tat. Jesus aber ging auf einen Berg und setzte sich dort mit seinen Jüngern.
Es war aber kurz vor dem Passa, dem Fest der Juden.
Da hob Jesus seine Augen auf und sieht, dass viel Volk zu ihm kommt, und spricht zu Philippus: Wo kaufen wir Brot, damit diese zu essen haben?
Das sagte er aber, um ihn zu prüfen; denn er wusste wohl, was er tun wollte.
Philippus antwortete ihm, für zweihundert Silbergroschen Brot ist nicht genug für sie, dass jeder ein wenig bekomme.
Spricht zu ihm einer seiner Jünger, Andreas, der Bruder des Simon Petrus: Es ist ein Kind hier, das hat fünf Gerstenbrote und zwei Fische; aber was ist das für so viele?
Jesus aber sprach: Lasst die Leute sich lagern. Es war aber viel Gras an dem Ort. Da lagerten sich etwa fünftausend Männer. Jesus aber nahm die Brote, dankte und gab sie denen, die sich gelagert hatten; desgleichen auch von den Fischen, soviel sie wollten.
Als sie aber satt waren, sprach er zu seinen Jüngern: Sammelt die übrigen Brocken, damit nichts umkommt. Da sammelten sie und füllten von den fünf Gerstenbroten zwölf Körbe mit Brocken, die denen übrig blieben, die gespeist worden waren.
Als nun die Menschen das Zeichen sahen, das Jesus tat, sprachen sie: Das ist wahrlich der Prophet, der in die Welt kommen soll. Als Jesus nun merkte, dass sie kommen würden und ihn ergreifen, um ihn zum König zu machen, entwich er wieder auf den Berg, er selbst allein.

Zweitens: Vier Fragen, bitte darüber nachdenken!
1. In welchem Schulfach (vom Religionsunterricht abgesehen) erteilt Jesus seinen Jüngern hier Unterricht?
2. Welche Absicht verfolgt Jesus dabei mit seiner Frage, wo Brot zu kaufen wäre?
3. Wie könnte das Lernziel der Unterrichtsstunde lauten?
4. Welche Rolle spielen die 5000 Menschen? Gilt für siedasselbe Lernziel? 
Drittens: Meine eigenen Antworten. Andere Antworten sind deshalb nicht automatisch falsch!
1. In welchem Schulfach erteilt Jesus seinen Jüngern hier Unterricht?
Er erteilt Mathematikunterricht und zwar anhand der Frage, wie viel Brot erforderlich ist, um 5000 Menschen satt zu machen.
 
2. Welche Absicht verfolgt Jesus dabei mit der Frage, wo Brot zu kaufen wäre?
Es ist der Einstieg in die Lehrstunde, die Motivationsphase des Unterrichts. Er konfrontiert die Jünger mit einem Problem, das sie nicht zu lösen vermögen und gewinnt dadurch deren besondere Aufmerksamkeit für das, was er zu tun gedenkt.
 
3. Wie könnte das Lernziel der Unterrichtsstunde lauten?
“Die Einführung und/oder Vertiefung des Jesus-Faktors”
 
Jesus fragt: “Wo kaufen wir Brot?” und die Jünger stellen verschiedene Gleichungen auf:
 
(200 Silbergroschen * Brot) / 5000 = Zu wenig!
(5 Brote + 2 Fische) / 5000 = Viel zu wenig!
 
Das Problem ist nicht zu lösen, es sei denn, man kennt den Jesus-Faktor! Dann nämlich gilt folgende Gleichung:
 
((5 Brote + 2 Fische) * Jesus) / 5000 =
Alle werden satt, Rest: 12 Körbe Brot!
 
4. Welche Rolle spielen die 5000 Menschen? Gilt für sie dasselbe Lernziel?
Der Lerneffekt für die 5000 Menschen ist, so würde ich sagen, eher etwas oberflächlicher als der für die Jünger. Die 5000 erleben ein Wunder und erfahren Jesus als einen mächtigen Menschen, was sich am Ende darin zeigt, dass sie ihn sofort zu ihrem König machen wollen. Die 5000 registrieren das Wunder der Brotvermehrung also eher als eine Demonstration der Macht Jesu über alle Dinge, mindestens aber seinen Jüngern möchte Jesus in diesem Zusammenhang ein Verständnis vermitteln, das darüber hinausgeht: nämlich die grundsätzliche Bedeutung des Jesus-Faktors in Sättigungsfragen aller Art.
 
 
Viertens: Einige abschließende Gedanken.
 
Entscheidend hinsichtlich der leiblichen Sättigung der 5000 Menschen ist nicht die Anzahl der Brote, sondern der Faktor Jesus!
Jesus macht die Leute satt, nicht die Brote, das können alle sehen. Und doch, es steckt noch deutlich mehr dahinter und das ist, was Jesus seinen Jüngern in dieser Mathestunde auch verständlich machen will.
Jesus hat die Macht, den Hunger der Menschen zu stillen, das demonstriert er auf eindrucksvolle Weise, und doch geht es ihm dabei eigentlich weniger um Ernährungspolitik, als viel mehr um Möglichkeiten der Stillung jeglicher Hungergefühle.
Dass Brot den leiblichen Hunger stillt, weiß jeder, was aber hilft bei Hunger nach Zufriedenheit, Hunger nach Anerkennung, Hunger nach Liebe, nach Freude und Spaß?
Was hilft bei dem ganzen Lebenshunger, den ein Mensch haben kann, dem Hunger, den die Welt nicht stillen kann, egal was sie alles bietet und was man alles ausprobiert?
Es hilft die Beachtung des Jesus-Faktors. Jesus kann diesen Hunger stillen, auf seine Weise, zu seiner Zeit und oft nicht mit Dingen, von denen wir meinen, er würde sie dazu brauchen.
 
Und das meint Jesus, wenn er sagt:
“Ich bin das Brot des Lebens. Wer zu mir kommt, den wird nicht hungern; und wer an mich glaubt, den wird nimmermehr dürsten.” (Johannes 6,35)
 
Jesus wird meinen Lebenshunger stillen und wenn du willst auch deinen!

 
 
PS: Einige weitere Gedanken für Mitarbeiter in christlicher Jugendarbeit!
 
Es handelt sich dabei um eine Erkenntnis, die nicht nur für uns persönlich, sondern auch für die christliche Jugendarbeit von fundamentaler Bedeutung ist. Und zwar nicht nur im Blick darauf, was wir überhaupt zu sagen haben, sondern im Blick auf die ganze Organisation, Gestaltung und den Ablauf der Angebote.
 
Wir stehen mit unseren Angeboten einer Vielzahl von Konkurrenten gegenüber: anderen Vereinen, gesellschaftlichen Trends, den Möglichkeiten von Fernsehen und Computer, den allgemeinen Möglichkeiten der Freizeitgestaltung eben.
Und wir überlegen uns oft, wo wir uns anpassen müssen, um attraktiv zu bleiben, oder welche Großereignisse wir schaffen müssen, um Kinder und Jugendliche in unsere Gruppen zu locken.
Wir stellen uns dabei wichtigen Fragen und das ist gut so, aber es gibt einen Faktor, in dem sich unsere Angebote von vielen anderen unterscheiden und unterscheiden müssen: der Faktor Jesus!
Und diesen Jesus gilt es nicht zu vergessen und auch in allen programmtechnischen Fragen nicht zu unterschätzen. Nicht zu vergessen, weil es Jesus ist, der Hunger stillen kann, und nicht zu unterschätzen, weil es Jesus ist, der Menschen anzieht.
 
Unsere gute Nachricht braucht immer ihren Platz in unserem Leben und in unseren Kreisen, verpackt in einer vielleicht unvollkommenen Andacht, in holprigem Gebet und auch, vielleicht sogar vor allem, in der Art und Weise unseres Redens und Handelns, das auch nie fehlerfrei sein wird.
Aber wenn wir alles, was wir tun, im Blick auf Jesus tun, dann stimmt die Atmosphäre und dann werden Kinder und Jugendliche bei uns auch satt und kommen wieder. Nicht unbedingt wegen uns, nicht zwingend wegen der Spiele und Aktionen, sondern um von Jesus zu hören!
 
Jesus ist das Fundament auf dem wir bauen müssen, sonst steht unser Haus des Lebens und der Jugendarbeit auf wackligen Beinen. Jesus will Hunger stillen, den derer, denen wir von ihm weitergeben und unseren eigenen! 
 

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Dieser Artikel wurde urspünglich am 26.11.2005 erstmals auf www.andima.de veröffentlicht.

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Liebe deinen Nächsten!

Stirbst du noch oder lebst du schon?

Mottos gibt es wie Sand am Meer. Leitsprüche fürs Leben oder auch nur Teilbereiche davon. Um nur einige zu nennen:
 
Geiz ist geil – Ich bin doch nicht blöd – Wer bremst verliert – Jeder ist sich selbst der Nächste – Hilf dir selbst, dann hilft dir Gott – Wenn jeder an sich selber denkt, ist auch an alle gedacht – Brot für die Welt, Kuchen für mich – Den Letzten beißen die Hunde – Der frühe Vogel fängt den Wurm – Dabeisein ist alles – Vorsicht ist besser als Nachsicht – Spare in der Zeit, dann hast du’s in der Not – Morgenstund hat Gold im Mund – Alles oder Nichts – Ehrlich währt am längsten – No risk, no fun – Lieber vierzig und würzig als zwanzig und ranzig – Besser spät als nie – Ganz oder gar nicht – Der Weg ist das Ziel – Lieber arm dran als Arm ab – Sex, drugs and Rock‘n’Roll – …
 
Es gibt viele Mottos, aber welche sind tatsächlich lebenswert?
Gott gibt uns ein klares Motto vor, in welches sich manche der genannten auch integrieren lassen, andere dagegen weniger: Liebe deinen Nächsten wie dich selbst! Ich will dieses göttliche Motto einem heute populären gegenüberstellen, das die Lebenseinstellung vieler Menschen widerspiegelt.
 
Das populäre Motto: Leb, so wie du dich fühlst!
 
“Ich lebe, so wie ich mich fühle. Gut, wenn es mir danach ist, wenn es mir vielleicht einen Vorteil bringt, dann helfe ich auch anderen, zumindest meinen Freunden. Aber ich tu, wozu ich Lust habe, mache was mir gefällt und habe Spaß am Leben. Ich sorge für mich, für meine Zukunft, denn schließlich muss jeder selber sehen, wo er bleibt.” So könnte eine Stellungnahme zum zweiten Motto lauten. Reichlich egoistisch und Ich-orientiert. Eine Beispielgeschichte Jesu dazu:

Auf den Feldern eines reichen Mannes stand eine gute Ernte. Da überlegte er hin und her: Was soll ich tun? Ich weiß nicht, wo ich meine Ernte unterbringen soll. Schließlich sagte er: So will ich es machen: Ich werde meinen Scheunen abreißen und größere bauen; dort werde ich mein ganzes Getreide und meine Vorräte unterbringen. Dann kann ich zu mir selber sagen: Nun hast du einen großen Vorrat, der für viele Jahre reicht. Ruh dich aus, iss und trink und freu dich des Lebens! Da sprach Gott zu ihm: Du Narr! Noch in dieser Nacht wird man dein Leben von dir zurückfordern. Wem wird dann all das gehören, was du angehäuft hast? So geht es jedem, der nur für sich selbst Schätze sammelt, aber vor Gott nicht reich ist.
(Lukas 12,16b-21)

Der reiche Mann lebt, wie er sich fühlt, aber er wird nichts davon haben. Wofür also lebt er, wofür sammelt er, was hat er am Ende davon? Am Ende hat er seinen Reichtum nicht geteilt, er war nur sich selbst der Nächste und hat lediglich an seiner eigenen Zukunft gearbeitet. Das letzte Hemd hat aber keine Taschen, sagt man. Er stirbt und er nimmt nichts mit.
 
Das göttliche Motto: Liebe deinen Nächsten wie dich selbst!
 
Wer seine Mitmenschen nicht aus den Augen verliert, wer ein gutes Miteinander sucht, wer vergibt und nicht nachträgt, wer seinen Reichtum teilt, wer die Lasten anderer trägt, wer anderen mit Respekt und Achtung begegnet, wer Frieden sucht, der handelt nicht nur einfach nach Gottes Willen, weil er muss. Zum einen trägt er nämlich dazu bei, dass ein Stück vom Himmel schon auf der Erde zu finden ist, und zum anderen sammelt er mit der Frucht seines Handelns Schätze für die Ewigkeit:

Sammelt euch nicht Schätze hier auf der Erde, wo Motte und Wurm sie zerstören und wo Diebe einbrechen und sie stehlen, sondern sammelt euch Schätze im Himmel, wo weder Motte noch Wurm sie zerstören und keine Diebe einbrechen und sie stehlen. Denn wo dein Schatz ist, da ist auch dein Herz.
(Matthäus 6, 19-21)

Die Frage, welches der beiden Mottos das lebenswertere ist, bedarf nun eigentlich keiner Antwort mehr, stattdessen sollte aber jeder über die folgende Frage nachdenken:
 
Stirbst du noch oder lebst du schon?
 
Sterben wir noch vor uns hin, indem wir Schätze sammeln, die mit unserem Tod für uns letztendlich verloren gehen, oder leben wir schon unter dem Motto, das Gott uns gibt, und sammeln uns Schätze im Himmel, an denen wir uns auch noch nach unserem Tod freuen können?
 
Stirbst du noch oder lebst du schon? 

Gedanken, Fragen, andere Meinung?
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Dieser Artikel wurde urspünglich am 23.06.2005 erstmals auf www.andima.de veröffentlicht.

WeiterlesenLiebe deinen Nächsten!