Sterben ist mein Gewinn

„Paulus glaubte an das Reich Gottes, welches Angst, Leid und Vergänglichkeit der gegenwärtigen Zeit in den Schatten stellen wird. Er lebte in und aus der Hoffnung nach dieser Erlösung, er sehnte sich geradezu danach.

„Meine Brüder und Schwestern, ich schätze mich selbst nicht so ein, dass ich’s ergriffen habe. Eins aber sage ich: Ich vergesse, was dahinten ist, und strecke mich aus nach dem, was da vorne ist, und jage nach dem vorgesteckten Ziel, dem Siegespreis der himmlischen Berufung Gottes in Christus Jesus.“ (Phil 3,13f)

Wohin sonst sollte er gehen, als die Worte des ewigen Lebens zu nehmen und ihnen nicht nur zu folgen, sondern gar nachzujagen. Paulus kannte nur ein einziges Ziel und brachte es im selben Brief mit noch drastischeren Worten zum Ausdruck:

„Denn Christus ist mein Leben, und Sterben ist mein Gewinn. […] Ich habe Lust, aus der Welt zu scheiden und bei Christus zu sein, was auch viel besser wäre“ (Phil 1,21.23).

Konsequent definierte er das Reich Gottes nicht nur als sein Ziel, sondern vielmehr noch ganz und gar als sein Zuhause, nach dem er sich sehnte:

„Wir aber sind Bürger im Himmel; woher wir auch erwarten den Heiland, den Herrn Jesus Christus, der unsern geringen Leib verwandeln wird, dass er gleich werde seinem verherrlichten Leibe nach der Kraft, mit der er sich alle Dinge untertan machen kann.“ (Phil 3,20f)“

Aus: „Himmlische Heimat – Vom Potenzial eines verdrängten Geschenks“ (S. 32-33), Andreas Mast. Siehe Buchprojekte

Weiterlesen

Eine Botschaft mit Potenzial

„Auch ohne konkret zu wissen, wie das Reich Gottes aussehen wird und wie Leben darin sein wird: Vergänglichkeit, Angst und Not spielen dort keine Rolle. Doch damit nicht genug, stattdessen ist die Rede von Herrlichkeit in Gegenwart des ewigen Königs. Eine Herrlichkeit gleich einem Fest: „Sagt den Gästen: Siehe, meine Mahlzeit habe ich bereitet, meine Ochsen und mein Mastvieh ist geschlachtet und alles ist bereit; kommt zur Hochzeit!“(Mt 22,4) Worte aus einem Gleichnis, das zwar der Thematisierung einer anderen Problematik diente, auf die ich auch noch zu sprechen komme, die aber dennoch eine Idee davon vermitteln, was es mit dem Himmelreich auf sich hat.

„Denn siehe, ich will einen neuen Himmel und eine neue Erde schaffen, dass man der vorigen nicht mehr gedenken und sie nicht mehr zu Herzen nehmen wird. Freuet euch und seid fröhlich immerdar über das, was ich schaffe.“ (Jes 65,17f)

So brachte der Prophet Jesaja die frohe Botschaft zeitlich schon weit vor Jesus zum Ausdruck. […]
Aufgrund dieser Botschaft an Gott und an Jesus zu glauben, dadurch das ewige Leben zu haben, und schon heute mit dieser Perspektive und aus ihr heraus leben zu dürfen, darum geht es. Ich glaube, um nichts anderes geht es. Und ich glaube, genau darin kommt die Liebe Gottes am nötigsten, am wichtigsten und am größten zum Ausdruck. Ich behaupte, es gibt nichts anderes, das dermaßen große positive Macht in sich birgt, wie es die frohe Botschaft vom Reich Gottes tut.“

Aus: „Himmlische Heimat – Vom Potenzial eines verdrängten Geschenks“ (S. 27-30), Andreas Mast. Siehe Buchprojekte

Weiterlesen

Botschaft vom Reich Gottes

„Das Neue Testament ist nicht das Evangelium, das Jesus predigte, logisch, denn diese Texte wurden erst nach seinem Tod geschrieben, er selbst hat das Evangelium ja aber gepredigt. Das Neue Testament oder die Bücher, aus denen es besteht, sind nicht das Evangelium, aber man kann das Evangelium, die frohe Botschaft vom Reich Gottes, darin finden. Und das nicht zu knapp, denn Jesus wies doch permanent darauf hin:

„Selig sind, die da geistlich arm sind; denn ihrer ist das Himmelreich.“ „Sammelt euch aber Schätze im Himmel“. „Trachtet zuerst nach dem Reich Gottes“. „Es werden nicht alle, die zu mir sagen: Herr, Herr!, in das Himmelreich kommen“. „Viele werden kommen von Osten und von Westen und mit Abraham und Isaak und Jakob im Himmelreich zu Tisch sitzen“. „Geht aber und predigt und sprecht: Das Himmelreich ist nahe herbeigekommen.“ „Er antwortete und sprach zu ihnen: Euch ist’s gegeben, zu wissen die Geheimnisse des Himmelreichs“. „Das Himmelreich gleicht einem Menschen, der guten Samen auf seinen Acker säte.“ „Dann werden die Gerechten leuchten wie die Sonne in ihres Vaters Reich.“ „Das Himmelreich gleicht einem Schatz, verborgen im Acker“. „Ich will dir die Schlüssel des Himmelreichs geben“. „Wenn ihr nicht umkehrt und werdet wie die Kinder, so werdet ihr nicht ins Himmelreich kommen.“ […] (Mt 5,3; Mt 6,20; Mt 6,33; Mt 7,21; Mt 8,11; Mt 10,7; Mt 13,11; Mt 13,24; Mt 13,43; Mt 13,44; Mt 16,19; Mt 18,3; […])

Egal ob im persönlichen Gespräch oder in öffentlicher Predigt, egal ob als Trostwort oder Mahnung, egal ob als Auftrag für die Jünger oder in der Auseinandersetzung mit Schriftgelehrten: Jesus sprach vom Himmelreich, vom Reich Gottes, vom Reich seines Vaters.

Ich lege in obiger Ansammlung von Versen keinen Wert auf die Vollständigkeit von Hinweisen zum Himmelreich im Matthäus-Evangelium. Auch hat es keinerlei Bedeutung, dass ich Matthäus und nicht Markus oder Lukas zitiere, was genauso möglich gewesen wäre. Es geht mir an dieser Stelle ausschließlich darum, aufzuzeigen, welches Thema Jesus in seinem Auftreten im Großen und Ganzen bewegte: Das Reich Gottes, seines Vaters; das ewige Reich, als dessen König er selbst angekündigt wurde. Meinem Verständnis nach gibt es kein Evangelium Gottes ohne dieses Reich, denn das Reich Gottes ist das Evangelium.“

Aus: „Himmlische Heimat – Vom Potenzial eines verdrängten Geschenks“ (S. 17-19), Andreas Mast. Siehe Buchprojekte

 

Weiterlesen
Menü schließen